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Privatgutachten

Als Privatgutachten bezeichnet man die Art von Gutachten, welche außerhalb eines Gerichtsverfahrens für private Auftraggeber:

  • Privatpersonen
  • juristische Personen
  • Firmen
  • Versicherungen
  • Verwaltungen
  • Organisationen
  • Verbände
    und vergleichbare Einrichtungen

erstellt werden.

Der Auftraggeberkreis für ein Privatgutachten ist unbegrenzt. Jedem Interessenten steht es
frei, in einem Streitfall einen Sachverständigen zu beauftragen.

Die Bedeutung eines Privatgutachtens in einem Gerichtsverfahren ist jedoch beschränkt,
da der Sachverständige nur von einer Partei beauftragt wurde und aus diesem Grund ein evtl.
von Gericht angeordnetes Sachverständigengutachten in keinster Weise ersetzt.

Die Entscheidung zu einem von Gericht angeordneten Sachverständigengutachten wird jedoch
erst dann getroffen, wenn zwischen den Parteien aufgrund des erstellten Privatgutachtens noch
keine Einigung erzielt werden konnte. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass sich ein von
Gericht bestellter Sachverständiger die Ausführungen des bereits erstellten Privatgutachtens
ansehen und in die eigenen Ausführungen mit einbeziehen kann.

Erstattet ein Sachverständiger ein Privatgutachten, so wird er in der Praxis als außergerichtlich
tätiger oder als Privatgutachter bezeichnet. Auch das von ihm erstellte Privatgutachten gilt
folgerichtig als außergerichtlich erstelltes Gutachten.
Diese Bezeichnungen verdeutlichen die klassische Zweiteilung aller Gutachten in solche, die für Private erstellt werden - Privatgutachten - und solche, die für Gericht erstellt werden – Gerichtsgutachten -.

Selbständiges Beweisverfahren

Auch ohne Prozess besteht die Möglichkeit das Gericht zur Bestellung eines öffentlich
bestellten und vereidigten Sachverständigen zu veranlassen, was die an das Gericht zu
zahlenden Gebühren, anders als bei einem aufwendigen Prozess, weitaus verringert.

Ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger, welcher für das betreffende
Fachgebiet in Frage kommt, kann auch auf Antrag nur einer Partei vom Gericht bestellt
werden. Die beantragende Partei kann dem Gericht einen Sachverständigen vorschlagen.
Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass das Gericht zur Bestellung des vorgeschlagenen Sachverständigen nicht verpflichtet ist und eigenständig einen anderen Sachverständigen
bestellen kann.

Der Antrag der Partei bei Gericht ist nicht wie in anderen Fällen durch einen Rechtsanwalt
zu stellen. Jedoch wäre es angebracht einen Rechtsanwalt hinzu zu ziehen, da einige
Besonderheiten zu beachten sind.

Um den Konflikt zu begrenzen, ist grundsätzlich ein selbständiges Beweisverfahren geeignet. Ein aufwendiger Bauprozeß kann vermieden werden, wenn der Sachverständige seine Recherchen gründlich und korrekt vornimmt und er für beide Konfliktparteien zu einem nachvollziehbaren Ergebnis kommt.

Der vom Sachverständigen ermittelte Verursacher des Schadens wird sich fragen, ob es sich trotz der aus technischer Sicht vorgenommenen Schadenszuweisung lohnt, einen aufwendigen Bauprozeß zu führen. Diese Entscheidung hängt allein davon ab, ob er die vom Sachverständigen erzielten Ergebnisse entkräfteten kann, oder juristische Gründe vorliegen, die eine andere Risikozuweisung trotz technischer Belastung ergeben.

 

 


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